ein herrliches wochenende lag vor mir. so entspannt wie an diesem letzten spieltag der 2.liga war ich schon gefuehlte jahrzehnte nicht mehr in ein spiel gegangen. gewinnen oder verlieren egal – aufgestiegen und die planungen fuer naechstes jahr im hinterkopf. dass es dabei gegen die kartoffelmenschen aus dem hinterland ging war auch egal. dass es fuer diese jungs um die existenz ging genauso – ein traditionsverein sollte nicht drittklassig werden, ok…leider kam alles ganz anders

mit guter laune und voellig geloest war die erste huerde in lautern schon wenig verheissungsvoll. man gestattete keinem koelner tross die direkte anfahrt. bereits lautern-ost und weiter per p&r mussten wir den transit verlassen. auf dem parkplatz offenbarte sich bereits das wahre gesicht des lauterers an sich: mit dem traktor zum parkplatz und weinschorle in der hand wurden die koelner geaste zunaechst einmal kollektiv abbeleidigt. im hinblick auf ein derby ganz nett – allerdings galt hier irgendwie: don´t bite the hand that feeds. der meine zukunft in haenden haelt, sollte nicht schon vor der ueberreichung mit tritten traktiert werden. dass diese szene synonym fuer den spaeter offenbar werdenden lauterer iq stand, war mir zu diesem zeitpunkt noch nicht ganz klar. im gegenteil: wir uebergingen die anfeindungen voellig – nichts konnte uns die laune vermiesen.

das spiel begann, wie wir es erwartet hatten. unsre jungs machten nicht im ansatz den eindruck, fussball spielen oder zweikaempfe gewinnen zu wollen. im gegenteil – keiner wollte sich von den uebermotivierten und talentfreien bauern die naechste saison wegtreten lassen; man ging den zweikaempfen und dem spiel irgendwie aus dem weg.

dass die lauterer gegen eine unorganisierte voellig lustlos dahindoesende koelner mannschaft nicht im ansatz ein spielerisches mittel fanden, war allerdings mehr bedenklich. mit diesem fussball haette man selbst in liga 3 probleme mit dem klassenerhalt. aus sportlicher sicht bewegte sich lautern auf landesliganiveau. die stimmung dagegen war im fc-block der ausgelassen. jeder ballkontakt wurde bejubelt, gesungen und gefeiert wie eh und je – wenn die mannschaft schon nicht gewinnen will, dann feiert man sich eben selbst.

in halbzeit 2 das gleiche spiel. lediglich ein konter brachte durch helmes einen pfostenschuss, dann fiel durch zufall und nach vorherigem stuermerfoul das 1-0 fuer die bauern. 2-0 und 3-0 waren die folge, lautern war gerettet, dem fc das egal die koelner feierten den aufstieg, die bauern den nicht-abstieg.

dann geschah es. der schlusspfiff. wie von sinnen rasten zunaechst alle ordner der lauterer auf den platz. dann verlor die vereins- und stadionfuehrung in einem anfall geistiger umnachtung den verstand und oeffnete alle tore zum rasen! offiziell hiess es, um die gesundheit der zuschauer nicht zu gefaehrden. das gegenteil trat – oh wunder – ein.

einige der lauterer nachwuchsbauern bauten sich vor dem fc-block auf und begannen wueste hasstiraden abzulassen. nichts von wegen erloesung feiern o.ae.. es folgten die ultra-gruppierungen der lauterer und stiessen ins gleiche horn. die wh96 liess sich provozieren und rannte auf den rasen um die lauterer aus dem gaestebereich zu vertreiben. kleinere scharmuetzel und kurze schubsereien spielten sich inmitten der feiernden ab. bis dato geschah von vereinsseite oder polizei rein gar nichts! die musik lief unveraendert weiter, die ordner zischten mehr als ein bier im innenraum und stoerten sich nicht an den tumulten.

dann kam die hool-fraktion der lauterer ins spiel – umrahmt vom banner ihrer stammkneipe “first class”. fuer die lauterer hools galt es allerdings eine steigerung der definition von dumm zu kreieren. nachdem die polizei mit unglaublichen 30 mann eine schutzzone um den bereich des gaesteblocks gebildet hatte, nahm man sich von lauterer seite eben den familienblock vor.
kurzerhand die werbebande eingetreten und auf vaeter mit kindern auf dem arm losgegangen. peinlicher und armseliger kann man sich selbst und seinen verein nicht darstellen. das war das letzte, was ich in zwei jahrzehnten stadion erlebt habe. nicht nur, dass die dummen bauernbuben ja gerettet waren und haetten feiern sollen – nein, es ging im grunde nur um die randale. ein deutscher schaeferhund liegt auf der iq-skala mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit einige kilometer vor diesem pack. die normalos mischten dann auch noch mal kraeftig im familienblock und halfen, massenweise kinder in panik zu versetzen und hunderte muetter und kleinkinder in die flucht zu schlagen. von hier aus ein kompliment fuer diese leistung – wirklich. da ihr den staat und die gesellschaft nur geld kostet (erwerbstaetigkeit halte ich hier intelektuell gesehen fuer ausgeschlossen!), waere ein erschiessen billiger gewesen – fuer alle!

nach fassungslosigkeit und nicht enden wollenden jagdszenen auf dem spielfeld ging es raus aus dem block. man hatte genug gesehen, die laune war weg – nur noch weg aus dem bauern- und idiotenkaff war die devise. doch selbst auf dem weg zum transferbus gab es noch wilde jagdszenen um uns herum. die polizei war nachlaessig und hatte nichts (aber rein gar nichts) im griff. es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass die polizeifuehrung nicht ueber das oeffnen der tore zum innenraum informiert war und dem wahrscheinlich auch niemals zugestimmt haette. das geringe kraefteaufgebot erklaerte sich den starken praesenzen in der innenstadt, wie uns spaeter berichtet wurde. dort kam es ebenfalls zu heftigen jagdszenen. was waere denn wohl erst bei einer niederlage und damit dem abgang dieses achso geschaetzten bauernvereins geschehen?

die heimfahrt war stumm und fassungslos. jeder, der nicht dabei war sei gesegnet – zwar gab es noch karten auf dem schwarzmarkt vor dem spiel. diesem spiel aber fernzubleiben war die bessere variante. fuer mich war es defintiv der letzte ausflug zu den idioten aus der pfalz. dieser verein haette den abstieg und damit den lizenzverlust verdient gehabt! fussballerisch eine katastrophe. vereinsfuehrung und fans schwimmen im gleichen wasser und sind offenbar aus dem gleichen holz gebaut – grenzenlose dummheit laesst sich eben nicht wegdiskutieren.

fuer die naechste saison wuensche ich mir seit gestern folgendes: lass den fc in liga 1 bleiben und schick lautern in die versenkung – solche hirnlosigkeiten wuerde ich nicht einmal von verein oder fan von dynamo dresden erwarten…

ein paar impressionen vom “nach-dem-spiel” werden nachgereicht – danke an deni und andre fuer die bilder.