Mai 10 2012
waren die rueckmeldungen von euch bezueglich meiner frage von letzter oder vorletzter woche. es gab genau eine – das wars. laesst mich auch das etwas wissen? gibt es interpretationsspielraum? die frage, ob zeitgemaess oder nicht wird offensichtlich zeitgemaess beantwortet. dafuer: keinen dank.
5 tage im schwarzwald sind eine lange zeit, das wochenende wird kurz und zum glueck wartet eine ebenso kurze woche auf mich. man schlaegt sich durch. stetes bemuehen um disziplin, um haltungsfindung und einstellung, kantine nur im notfall, eigenauftraege ueber den vorsatz hinaus bringen und unterschwellig im geiste doch immer zuhause. den selbstdiszplinierenden sport verkraftet man, nur nicht den in der sonne des nachmittags. es gibt tee und kaffee, ein zimmer mit aussicht, frische luft und keine armeebetten. und dennoch ist die lage hier substanzlos, ein uebergang, nichts wirkliches. alles erscheint surreal, fuer junge menschen ein feriencamp mit wissenschaftlichem anspruch, fuer etwas aeltere ein exil. morgen ist freitag, so halte ich mich seit montag. leben kenne ich, doch hier ist es nicht.
Mai 02 2012
informationen jeden tag, allerorten. ich gebe zu: ich sammle – gern (geschehn!). auffallend ist jedoch, dass jedes thema, das man naeher beleuchtet, im schatten die dunkle seite der menschheit traegt. ich moechte jetzt und hier keine philosophische debatte ausloesen, doch vielleicht darf ich hin und wieder einen anstoss geben (ohne, dass allzu viele daran anstoss nehmen) und mich mit tatsachen auseinandersetzen, die in meinem leben bereits seit langer zeit zu einem umdenken gefuehrt haben. nicht nur bewusster leben und keinesfalls hedonistischer, sondern umsichtiger und achtender. ich hoffe nicht, doch befuerchte ernsthaft, dass man in einigen tausend jahren mit stirnrunzeln, kopfschuetteln, unverstaendnis und fluchend auf unsere epoche zurueckschauen wird – sofern wir etwas uebrig gelassen haben, das einem bewohnbaren planeten aehnelt. Read more ›
Filed In: das leben, mein senf
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seit 2005 betreibe ich nun diesen blog, auch wenn dieses archiv hier nicht ganz so weit zurueckreicht (das liegt schlicht an der von mir vermasselten datenmigration…). seit rund zwei jahren halte ich meine leserzahlen konstant bei 10-12-tausend pro monat (unique user) und doch frage ich mich: weshalb lest ihr eigentlich mein geschreibsel. letzthin fuehrte ich eine kleine konversation zu diesem thema mit einem freund, was mir diese zahlen einmal mehr bewusst machte. lasst mich klarstellen: ich denke nicht darueber nach, das ganze hier zu kommerzialisieren, sondern frage mich aktuell, ob dies noch die geeignete quelle fuer informationen bzw. mitteilungsform ist? in zeiten des web 3.0, der handy-appisierung und der millionenfachen facebook-vernetzung (wo ihr mich nicht finden werdet!) erscheint mir mein kleiner blog beinahe anachronistisch. ich leide auch nicht an schreibfaulheit; die groesseren intervalle erklaeren sich allein aus zeitmangel und verschiebbaren themengebieten. nichtsdestotrotz bleiben fragen: weitermachen vs. aufhoeren? form behalten oder aendern? interaktiver werden und/oder ueber andere plattformen arbeiten? was denkt ihr?
Mai 01 2012
zugegeben: bis maerz rechnete ich nicht im geringsten damit, dass sich mein fc in diesem jahr wieder mit dem thema abstieg beschaeftigen muss. ich rechnete nicht damit, weil in dieser liga wesentlich talentfreiere teams agieren und weil zu beginn der saison die aufbruchstimmung mit dem wunschtrainer gross war. auch war die abdankung overaths ueberfaellig. und ich war sogar noch der ueberzeugung, dass die trennung von finke zum damaligen zeitpunkt richtig war, obwohl immer unueberhoerbarere toene vom alten oberlehrer nach aussen drangen, die solbakken teils deutlich kritisierten. nein, ich war in der pro-solbakken-fraktion gefangen und landete hart. solbakken ist ein super typ und er hat bestimmt viel gelernt in diesem knappen jahr. er hat wohl gelernt, dass man bundesligamannschaften nicht an der ganz langen leine halten kann, dass drei trainingseinheiten pro tag besser sind als zwei und vor allem, dass man in kritischen situationen auch gerne mal trainingsfrei oder zu-hause-schlafen streichen darf als trainer.
ein freund schrieb mir, dass sein bruder sich mit anderen anhaengern nach dem freiburg-desaster unterhalten habe. hierbei sei der satz gefallen: “meine alkoholmannschaft hat ein fussballproblem”. treffend. danke. und da ich von schrecklichen ereignissen an letzten spieltagen schockzustaende in erinnerungen wiederfinde, gehe ich davon aus, dass am kommenden samstag um 1715h der fuenfte abstieg meines fc feststehen wird. nach all den jahren frage ich mich ernsthaft, weshalb ich mir das noch antue. ich moechte, dass der verein sein potential endlich ausschoepft. ich wuensche es ihm. und da das system mit mir offenbar nicht zu funktionieren scheint, wird es wohl naechste saison ohne mich besser funktionieren muessen. denn eines werde ich mir gewiss nicht antun: ein ligaspiel, das ich von zu hause aus zu fuss besuchen kann – in sandhausen. treppenwitzig waere noch, wenn das nicht nur dank eigener unfaehigkeit mit einer niederlage gegen den fc bayern geschieht, sondern gleichzeitig durch die wettbewerbsverzerrende soeldnertruppe von hopps gnaden realisiert wird. so kann man einem auch heimzahlen, dass man aus unterschiedlichen welten stammt.
Apr 24 2012
es ist dienst morgen, kurz vor 7. ich sitze in schwenningen am schreibtisch. hinter dem bildschirm meines laptops erhebt sich am oestlichen himmel die sonne. nein, sie deutet es an, kaempft sich schwer atmend durch die dichte wolkenlandschaft, die hier regelmaessig den groessten teil des firmamentes verhaengt. der winkel meines fenster wird zur haelfte durch einen sportplatz ausgefuellt, auf dem gerade ein einsamer laeufer seine bahnen zieht. ja, morgens, kurz vor 7. ich selbst begnuege mich mit kaffee, milch und einem loeffel zucker zum wachwerden.
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Apr 17 2012
meine tage hier im schwarzwald sind zuweilen lang. lang und kalt. der fruehling haelt hier erst gegen anfang juli einzug, und so werde ich wieder ende mai bei 15 grad meinen sonnenbrand bekommen. die freie zeit, die mir bleibt, versuesse ich mir mit lesen und musik. in diesem zusammenhang moechte ich euch meine gute-laune-musik der letzten tage nicht vorenthalten. amy macdonald schaffte es wieder einmal, mir ein laecheln zu zaubern. sie bringt zur melodie, was mich an musik fasziniert und an landschaft fesselt. deshalb hier und jetzt drei kleine videos, die – jedes fuer sich – einmalig und die zeit wert sind. sie interpretiert bruce springsteen, besingt ihr heimatland und schmettert mit der tartan army ein herzergreifendes “flower of scotland”….wir sehen uns im september.
Apr 15 2012
morgen frueh um 0527h faehrt mein zug in den schwarzwald. meine laune passt sich langsam der dortigen wettervorhersage an: ich fahre zurueck in den winter und das thermometer dort wird satte 5 grad schwer uebersteigen waehrend der kommenden woche. ach, wenn doch schon wieder freitag waere…
meine worte und gedanken hatten eine halbwertzeit von weniger als 48 stunden. erstaunlich. rege ich mich auf? nicht mehr. ich bin kurz davor meinen zweiten austritt zu erklaeren, der dann sicher der endgueltige sein wird. solbakken lag sicher in vielen punkten falsch, insbesondere in seinen disziplinarischen ansichten, die wohl auf skandinavische verhaeltnisse und erwachsene abgestellt waren. jetzt uebernahm schaefer wieder und verlor in lachbach mit 0-3. mit etwas glueck schaffen wir es noch in die relegation. wenn nicht, dann geht der verein schoen in liga 2 und spielt naechstes jahr um punkte in sandhausen, nicht mehr um den rewe-cup…
Apr 10 2012
die ersten 10 tage im april 2012 war ich still, zumindest hier. aber keine sorge, ich lebe noch. dennoch teile ich wieder mein leben mit mir selbst und der hochschule hier im schwarzwald. dass ich also erst heute schreibe liegt an meiner eigenen kleinen akkulturierungsphase. denn wie bemerken meine vorgaenger immer so schoen: im schwarzwald ist einfach laenger winter. und sie haben recht damit, denn spoetter wie einheimische rechnen nicht vor anfang juni mit dem einzug des fruehlings hier unten. Read more ›
Mrz 31 2012
meiner zeit in der heimat moechte ich mich nochmal zu wort melden. einerseits hat sich doch ueber die letzten tage und wochen wieder so einiges angesammelt, was einer kurzen unterredung mit mir selbst bedurfte und andererseits befuerchte ich, dass ich in nicht allzu ferner zukunft mit informationen aller art ueberhaeuft werde, was dann zu unkontrollierbarem stau fuehren koennte. Read more ›
Filed In: das leben, mein senf
Tags: akw, atomkraft, fukushima, greenpeace, gruene, homosexualitaet, kommunist, konservativ, krieg, lobbyismus, luege, menschen, piratenpartei, politik, reaktionaer, schuetzenverein, ueberfischung, umwelt, usa, video, volkswagen, waffenlobby
Mrz 27 2012
die letzten tage vor der rueckkehr in den schwarzwald bescheren mir/uns schoenes wetter, sonnenschein und ein wenig freizeit. selbstredend sind noch tausend dinge zu erledigen, nichtsdestotrotz koennen wir den ein oder anderen halbtag geniessen. heidelberg ist wirklich schoen an wolkenlosen tagen um die 20 grad. daran aendert auch die schlechteste saisonleistung des fc nichts. lustlos, uninspiriert und drittligareif liessen wir uns abschlachten von dortmunds elf und durften hernach zum wiederholten mal den selbstgerechten klopp ertragen. so langsam wirds arrogant, juergen. bleib aufm teppich – auch du bist kein messias. so viel zum thema.
das austernfest in nussloch war wie immer recht nett, der wein aber schon deutlich besser. am sonntag verlor die fdp den naechsten landtag und steht nun prozentual auf dem stand (danke fuer den vergleich, pati) von magermilch – aber eben auch genau dort, wo sich die stammwaehlerschaft befindet. ein original gibts nicht mehr, das liberale original, das sich tatsaechlich als gegner herausbildet heisst heuer piraten. zwar werden viele protestler wieder die abkehr suchen von dieser partei, dennoch sehe ich die ungs mittelfristig als die fdp-abloesung.
was kommt? der schwarzwald ruft. in einer woche bin ich wieder weg – leider. aber keine sorge, we’ll stay in touch…